Abschrankungen erleichtert

Wer durch Sursee fährt kennt sie: Abschrankungen an allen Orten – hauptsächlich auf Velowegen.

Bisher waren diese mit etwa 100cm Abstand zu eng und stark überlappend gesetzt, so dass nur sehr geübte Fahrer/innen hier durch zirkeln konnten. Grosse Lastenvelos kamen selbst geschoben nicht durch, ein Mitglied berichtete von einem gekipptem Kinderanhänger in der Unterfahrt zum Schlottermilchkreisverkehr, weil es einfach zu eng war.

Das mühsame Durchfahren hält davon ab, diese Wege zu benützen. Alternativ werden Wege und Strassen verwendet, die schon viel befahren sind (z. B. die Bahnhofstrasse oder Kreisel mit doppelter Einfahrt und doppelter Ausfahrt und zu kurzer Insel) – nicht zu vernachlässigen die Unfallgefahr.

Unser Ziel bei der Begehung mit der Stadt am 18. August 2020 war klar formuliert: Unterführungen, Schikanen und Abschrankuzngen sind für Lastenvelos und Kinderanhänger sowie für Velofahrende von 8-80 Jahren gefahrlos und flüssig befahrbar (wie es auch das MIV-Konzept seit Jahren empfiehlt, um den Autoverkehr zu entlasten).

Unser Vorschlag einfach einen Bügel zu lösen und nach hinten zu versetzen kam gut an, ein paar Wochen später wurde die Arbeit angegangen und wir konnte im November vermelden: Es ist geschafft!

Über 2000 Nicht-Pro-Velo Mitglieder haben von unserer Aktion durch die Gruppe „Du besch vo Soorsi wenn…“ auf Facebook gesehen – das Feedback entfiel überragend positiv aus. Auch die Surseer Woche berichtete daraufhin im Dezember darüber.

Die Zusammenarbeit mit der Abteilung Bau und Unterhalt der Stadt läuft rund!
Wer Lust hat auch mitzuwirken oder Ideen zur Verbesserung hat, darf sich jederzeit bei uns melden: info@provelosursee.ch

Der Neustart nach der Krise

Durch COVID-19 ist es sehr ruhig um ProVelo Sursee geworden. Stammtisch, Generalversammlung, Fahrkurse, Velobörse – allesamt abgesagt.
Im Hintergrund lief es dennoch weiter. Der Austausch mit der Stadt wurde auf schriftlichem Wege geführt, die persönliche Begegnung vertagt. Der Austausch mit anderen Regionalverbänden lief rege. Vielen ging es wie uns und GV, Börse und andere Aktionen wurden abgesagt.
Bike2Work wurde auf September und Oktober verschoben – auch die Anzahl Teilnehmer ist trotz dieser Massnahme kleiner als erhofft geblieben.
Bike2School wurde entsprechend dem Schulsystem angepasst, so dass Schüler, die auch nur jeden zweiten Tag im Klassenzimmer unterrichtet wurden, auch nur jeden zweiten Tag das Velo benutzen mussten, um an der Verlosung teilzunehmen. Besonderes Feedback kam hier von der Lehrerschaft. Man sei froh, dass zumindest etwas erhalten blieb, wenn schon soviel im Schuljahr ausfallen müsse.

So hat die Krise auch ihre positiven Seiten. Der Regionalverband Brugg-Windisch plant extra Velotouren für Kinder, weil viele Familien Ferien in der Schweiz machen werden. Leider wurde der Ferienpass Sursee für 2020 auf Grund der Planungsunsicherheiten abgesagt, wo wir auch Touren für Kinder angeboten hätten.

Die Zeit, die viele vermehrt Zuhause verbracht haben, hat ProVelo einen grossen Aufschwung in den sozialen Medien beschert. Auch ProVelo Sursee bekam eine Schulung von den Gestaltungsprofis der Agentur Brain&Heart Communication aus Zürich, um auch nach der Krise mehr mediale Aufmerksamkeit zu generieren – vor allem um langfristig neue, junge Mitglieder für unsere Sache zu gewinnen.

Die Digitalisierung, die wir mit Homeoffice, Familien-Videokonferenz und Corona Tracking-App nun alle aufgezwungen bekommen haben, hält auch Einzug bei diversen Velobörsen bei ProVelo Regionalverbänden. So arbeitet etwa Bern (Stadt) mit einer vorab online Registrierung für Händler über ihre Webseite, so dass der administrative Aufwand kleiner wird. Oder der Regionalverband Graubünden, der ein online Tool entwickelt hat, mit dem jedes Velo vor dem Verkauf registriert werden muss, so dass auch bereits beworben werden kann, was später an der Börse angeboten wird. Ziel der Digitalisierung ist es jeweils den Arbeitsaufwand zu minimieren – Effizienzsteigerung. Man möchte keine Konkurrenz zu ricardo oder velocorner.ch werden, der reale Austausch auf der physischen Velobörse und der gemeinsame Plausch stehen weiterhin im Zentrum. Wie die nächste Velobörse in Sursee aussehen wird, werden wir erst 2021 sehen.

Die Vorstandsmitglieder treffen sich kommende Woche zum ersten Mal seit Verschiebung der Generalversammlung wieder physisch an einem Ort und wir freuen uns auf einen aktiven Neustart, gewiss auch für uns mit einigen Neuerungen. Sicher sieht man sich bald wieder an einem Stammtisch – wie immer mit Anstand, aber neu mit mehr Abstand!

P.S.: Unterstützt die Petition Abstand ist Anstand, für mehr Schutz auf der Strasse.