Anderswo. Allein in Afrika

Afrika? Afrika war für mich so fremd, ich hatte keinerlei Bezug und im schlimmsten Fall nur Vorurteile ohne eigentlich den Kontinent, die Länder und die Menschen zu kennen.
Im Dezember 2019 durfte ich mit meinen Studienkollegen der EPFL zur Abschlussreise des MBA für zwei Wochen nach Südafrika nach Kapstadt. Die Vorfreude hielt sich in Grenzen – ich hatte irgendwie (unbegründet) Angst vor Gewalt, Armut, Wassernot und Hass auf meine Hautfarbe. Das ich falsch lag wurde mir schon wenige Momente nach der Landung klar – man kann sogar das Leitungswasser unbedenklich trinken. Wir haben nicht nur in unserem Luxushotel gelebt, sondern auch mit verschiedenen Firmen und Hilfsorganisationen gearbeitet und sind eben auch mit „ganz normalen Menschen“ in Kontakt gekommen, beim Ausflug in die Vororte, die Townships, die Landwirtschaftsbetriebe und die Naturschutzreservate – oder einfach im Büro.
Was das mit ProVelo zu tun hat? Zurück im hier und heute, blicke ich anders auf Afrika und so stiess ich auf die Dokumentation von Anselm Pahnke.
Der junge Geophysiker flog mit zwei Freunden nach Südafrika um mit Velos das Land zu erkunden. Auf der Reise feiert er seinen 25. Geburtstag, die beiden Freunde haben irgendwann genug und Anselm entscheidet sich den Kontinent alleine zu bereisen. Er schreibt darüber: „Der Gedanke Afrika vollständig zu durchreisen war mir lange Zeit vollkommen fremd. Ich habe mir auf dieser Reise kein festes Ziel gesetzt, mir stets offen gelassen wie lange und wohin mein Weg geht. Wiederholt war es ein Schwanken zwischen Zweifel, ob etwas klappen würde, und der Sehnsucht, mich noch einen Schritt weiter zu wagen. Dabei wollte ich die Distanz spüren und den Horizont sehen, um zu wissen, wie groß Afrika wirklich ist.
Ich möchte vermitteln, dass ein solcher Aufbruch sich vorab nicht gänzlich durchdenken lässt, jedoch schrittweise – weil hier der Weg wirklich das Ziel darstellt. Ich hoffe, mit meiner Geschichte kann ich euch dazu begeistern euren Ideen und Visionen zu folgen.“

Der Titel „Anderswo. Allein in Afrika“ zeigt nicht nur die persönlichen Konflikte des Protagonisten, sondern auch wie wichtig das Thema Velo auf dem ganzen Kontinent ist. Und wie unterschiedlich, vielseitig, bunt, freundlich, sicher und wunderbar dieser Kontinent sein kann. Faszinierend auch wie der junge Mann auf seiner Reise immer wieder mit anderen Radfahrern in Kontakt kommt, Werkstätten aufsucht, Hilfe bekommt und Hilfe anbietet.

Die Dokumentation hatte schon mehr als 100’000 Zuschauer im Kino – jetzt ist sie auch auf Netflix in der Schweiz zu sehen. Die Filmkunstmesse in Leipzig zeichnte den Film mit dem Gilde Preis in der Kategorie “Bester Dokumentarfilm 2019” aus. Die offizielle Webseite zum Film ist hier und der Link zum Film auf Netflix ist hier zu finden.
Die Fotos in der Gallerie sind von der Homepage und Aufnahmen, wie sie auch im Film zu sehen sind, sind mit einer Kompaktkamera entstanden, die zum steten Begleiter von Anselm wurde. Er hat sie immer wieder aufgestellt, um an ihr vorbeizufahren. Um besondere Aufnahmen zu kreieren, wurden nebem Bäumen, LKWs und Eselkarren zum Helfer als Stativ genutzt.

Und im Sinne unserer Statuten Art. 2.1 zeigt der Film „das Velo als umweltfreundliches, energiesparendes und gesundes Individualverkehrsmittel“. Vielleicht auch Inspiration für die ein oder den anderen von uns eine Reise in Afrika auf dem Velo zu planen!

Utrecht – Weltgrösste Velostation

Am 13. September hielt Frans Jan van Rossem, Leiter des Fahrradprograms der Stadt Utrecht, im Rahmen des diesjährigen Forum Velostation in Neuchâtel einen Vortrag über die bemerkenswerten Velostationen von Utrecht und ihre Grösste mit 22’000 Plätzen.
Utrecht ist mit 350’000 Einwohnern die viertgrösste Stadt der Niederlande. Besonders bekannt für die Universität, den viel frequentierten Bahnhof mit 200’000 Passagieren täglich (Luzern hat um die 100’000) und die Verkehrsanbindung.
Nun erlangt Utrecht durch seine velofreundliche Politik eine neue Bekanntheitsdimension. in den letzten Jahren sind im Innenstadtbereich zwölf Velostationen entstanden, darunter auch die weltgrösste öffentliche Station am Bahnhof mit 22’000 Abstellplätzen. Alle zwölf Stationen sind überwacht und mit Personal besetzt.
Durch den Ausbau der Fahrradwege und der Umwandlung von Strassen in Fahrradstrassen wählen immer mehr Menschen das Velo als bevorzugtes Verkehrsmittel. Das führt dazu, dass die Hälfte aller Fahrten im Stadtzentrum mit dem Velo zurückgelegt werden (wenn die gesamte Strecke unter 7.5km liegt). Das kann auch mal etwas eng werden, wenn auf manchen Wegen bis zu 33’000 Radler pro Tag unterwegs sind. Auf Twitter wurde auch der erste Velo-Stau gefeiert, als die Velostation am Bahnhof eröffnet wurde. Normalerweise läuft es so:


Zu Stosszeiten gibt es noch fünf temporäre Veloabstellbereiche, die in der Innenstadt beispielsweise am Wochenende geöffnet werden um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen.
Die Plätze sind alle bewacht, aber auch elektronisch werden die Platznutzung mit moderner Technik überwacht, so dass man schon am Eingang sieht, wo es noch freie Plätze hat. Ähnlich wie unser Parkleitsystem für Autos in Sursee, gibt es das für Velos in Utrecht.

Folgend zwei Youtube Clips über die politische Motivation zum Bau und ein Einblick in die weltgrösste Velostation:

https://www.youtube.com/watch?v=u9uSsc97S-c

Ich habe bereits meine Frau gefragt, ob Sie mit mir mal nach Utrecht fährt, damit wir uns das mal in Echt vom Velo aus anschauen können.

Die Folien des Vortrags können vom Forum Velostation Schweiz hier bezogen werden.

Morgentour mit Mittagessen

Wir kennen diese Tour in und auswendig. Heute sind wir jedoch vor dem Steinibühlweier gerade aus den Berg rauf, Richtung St. Anna Kapelle. Normalerweise fahren wir dem Weier entlang.

Neues Terrain und das so nahe an Zuhause. Was will man noch mehr.

Die Strecke zur Kapelle ist sehr schön. Tolle Weiler, Hecken und einen grandiose Sicht in die Berge.

Dass der Salat so gut und frisch ist bei Willi Beck in Sempach Station, wusste ich nicht, Bigi hingegen schon. Da war ich bestimmt nicht das letzte mal.

Hier der Link auf die Tour – zur Nachahmung empfohlen und die gemachten Erfahrungen interessieren uns!

https://map.schweizmobil.ch/?lang=de&showLogin=true&bgLayer=pk&logo=yes&season=summer&resolution=10&E=2656384&N=1222168&trackId=5781063

Marianne und Bigi Steiner, Schenkon

Foto: Alte Käsi St. Anna, Hildisrieden